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MBCMA NEWS | 13.09.2026
Die Finanzmärkte stehen vor einer außergewöhnlichen Kombination verschiedener Einflussfaktoren. Während sich die geopolitische Situation rund um die Straße von Hormus erneut verschärft, stehen gleichzeitig wichtige geldpolitische Entscheidungen in den USA und Japan bevor.
Damit treffen Energieversorgung, Inflation, Zinsen und internationale Kapitalströme unmittelbar aufeinander.
Neuer Angriff in der Straße von Hormus
Am Sonntag wurde ein Schiff in der Straße von Hormus von einem Projektil getroffen. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar.
Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Nadelöhren der weltweiten Energieversorgung. Vor Beginn der aktuellen Eskalation wurden etwa 20 Prozent des weltweiten Öls durch diese Meerenge transportiert.
Das Ereignis folgt unmittelbar auf den Drohnenangriff auf die strategisch wichtige saudische East-West-Pipeline. Dadurch stehen sowohl die Route durch Hormus als auch alternative Transportwege zunehmend unter geopolitischem Druck.
Zusätzlich bleiben die Entwicklungen rund um Bab al-Mandab relevant. Damit konzentrieren sich die Risiken zunehmend auf mehrere wichtige Transportwege des internationalen Energiehandels.
MBCMA-Einordnung
Eine anhaltende Beeinträchtigung wichtiger Transportwege könnte die Risikoprämien am Ölmarkt erhöhen. Steigende Energiepreise würden gleichzeitig den Inflationsdruck verstärken und damit unmittelbar auf die Erwartungen an die Geldpolitik wirken.
Federal Reserve vor wichtiger Zinsentscheidung
Die jüngsten US-Inflationsdaten haben die Diskussion über die weitere Geldpolitik der Federal Reserve erneut verschärft.
Die Verbraucherpreise stiegen im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Kerninflation erhöhte sich monatlich um 0,3 Prozent und jährlich um 2,4 Prozent.
An den Terminmärkten wurde die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte zuletzt mit mehr als 80 Prozent bewertet.
Bemerkenswert ist die unterschiedliche Einschätzung zwischen Marktteilnehmern und Ökonomen. Während die Finanzmärkte zunehmend eine Zinserhöhung einpreisen, erwartet die Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen weiterhin unveränderte Zinsen.
Zusätzlich hatte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zuletzt zeitweise rund 4,99 Prozent erreicht.
MBCMA-Einordnung
Die Kombination aus hartnäckiger Inflation, hohen Energiepreisen und Renditen nahe der 5-Prozent-Marke erhöht den Druck auf die Federal Reserve.
Für die Märkte dürfte deshalb nicht nur die eigentliche Zinsentscheidung entscheidend sein. Besonders wichtig wird die Kommunikation der Fed über den weiteren geldpolitischen Kurs.
Bank of Japan und der Carry-Trade
Neben der Federal Reserve steht auch die Bank of Japan im Mittelpunkt.
Von der japanischen Zentralbank wird eine Erhöhung des Leitzinses auf 1,25 Prozent erwartet.
Damit könnte sich der Zinsunterschied zwischen Japan und anderen großen Wirtschaftsräumen weiter verändern.
Das ist für die internationalen Finanzmärkte besonders relevant, weil der japanische Yen über viele Jahre eine wichtige Finanzierungswährung für sogenannte Carry-Trades war.
Steigende japanische Zinsen können diese Finanzierungsstrategie weniger attraktiv machen. Werden entsprechende Positionen reduziert, können sich daraus Veränderungen bei Kapitalströmen zwischen Währungen, Anleihen und Aktien ergeben.
MBCMA-Einordnung
Die Entwicklung in Japan sollte deshalb nicht isoliert betrachtet werden.
Eine weitere Straffung der japanischen Geldpolitik könnte Auswirkungen auf internationale Kapitalströme und damit auf die globale Liquidität haben.
MBCMA Fazit
Die entscheidende Wirkungskette lautet aktuell:
Geopolitik → Energieversorgung → Inflation → Zinserwartungen → Anleiherenditen → Bewertungen
Parallel entsteht eine zweite mögliche Wirkungskette:
Bank of Japan → Yen-Zinsen → Carry-Trades → Kapitalströme → globale Liquidität
Damit treffen in der kommenden Woche geopolitische Risiken und geldpolitische Entscheidungen unmittelbar aufeinander.
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