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Trendkanäle einfach erklärt
Trendkanäle gehören zu den grundlegenden Werkzeugen der technischen Chartanalyse. Sie helfen dabei, nicht nur die Richtung einer Marktbewegung zu erkennen, sondern auch den Bereich sichtbar zu machen, innerhalb dessen sich der Kurs entwickelt.
Ein Trendkanal besteht grundsätzlich aus zwei möglichst parallel verlaufenden Begrenzungslinien. Eine Linie orientiert sich an markanten Hoch- oder Tiefpunkten der Marktstruktur. Die zweite Linie wird parallel auf der gegenüberliegenden Seite der Kursbewegung eingezeichnet.
Wie entsteht ein Trendkanal?
Ausgangspunkt eines Trendkanals ist zunächst eine Trendlinie. In einem Aufwärtstrend verbindet diese beispielsweise relevante höhere Tiefpunkte.
Anschließend wird eine möglichst parallele Linie entlang der gegenüberliegenden Hochpunkte eingezeichnet. Dadurch entsteht ein Kanal, innerhalb dessen sich ein großer Teil der Kursbewegung entwickeln kann.
Wichtig ist, einen Trendkanal an der tatsächlich vorhandenen Marktstruktur auszurichten. Linien sollten nicht künstlich so angepasst werden, dass sie zu einer gewünschten Interpretation passen.
Aufwärtskanal
Ein Aufwärtskanal besitzt zwei steigende Begrenzungslinien.
Die untere Begrenzung orientiert sich an wichtigen höheren Tiefpunkten. Die obere Begrenzung verläuft möglichst parallel dazu entlang relevanter Hochpunkte.
Die Kombination aus höheren Hochs und höheren Tiefs zeigt dabei die aufwärtsgerichtete Marktstruktur.
Abwärtskanal
Bei einem Abwärtskanal verlaufen beide Begrenzungen nach unten.
Die obere Trendlinie verbindet wichtige niedrigere Hochpunkte. Die zweite Linie wird möglichst parallel entlang der gegenüberliegenden Tiefpunkte eingezeichnet.
Die Struktur aus niedrigeren Hochs und niedrigeren Tiefs verdeutlicht die abwärtsgerichtete Entwicklung.
Seitwärtskanal
Trendkanäle können auch horizontal verlaufen.
In einem Seitwärtskanal bewegt sich der Kurs zwischen einer oberen und einer unteren Begrenzungszone, ohne eine eindeutige übergeordnete Aufwärts- oder Abwärtsrichtung auszubilden.
Die obere Begrenzung kann dabei als Widerstandsbereich und die untere Begrenzung als Unterstützungsbereich betrachtet werden.
Warum sind Trendkanäle wichtig?
Trendkanäle ermöglichen eine strukturierte Betrachtung von Kursbewegungen. Sie helfen dabei, die Richtung und den Bewegungsbereich eines Marktes gleichzeitig sichtbar zu machen.
Darüber hinaus können sie dabei unterstützen, wiederkehrende Reaktionen an den Begrenzungen zu erkennen und Veränderungen innerhalb einer bestehenden Marktstruktur besser einzuordnen.
Was passiert, wenn ein Trendkanal verlassen wird?
Das Verlassen eines Trendkanals sollte nicht automatisch mit einer vollständigen Trendwende gleichgesetzt werden.
Zunächst zeigt ein solcher Vorgang lediglich, dass der Kurs die bisherige Bewegungsstruktur verlassen hat. Anschließend muss beobachtet werden, ob sich daraus tatsächlich eine neue Marktstruktur entwickelt.
Auch kurzfristige Bewegungen außerhalb eines Kanals können auftreten, ohne dass sich der übergeordnete Trend unmittelbar verändert.
Trendkanäle richtig einordnen
Trendkanäle sollten nicht isoliert verwendet werden. Für ein umfassenderes Marktverständnis können weitere Analysewerkzeuge einbezogen werden, darunter Unterstützungen und Widerstände, Volumen, verschiedene Zeitintervalle und die übergeordnete Marktstruktur.
Besonders wichtig ist dabei der betrachtete Timeframe. Ein Trendkanal im Stundenchart kann eine andere Bedeutung besitzen als eine entsprechende Struktur im Tages- oder Wochenchart.
Fazit
Ein Trendkanal erweitert die klassische Trendlinie um eine zweite parallele Begrenzung. Dadurch werden sowohl die Richtung als auch der Bewegungsbereich eines Marktes sichtbar.
Aufwärts-, Abwärts- und Seitwärtskanäle helfen dabei, unterschiedliche Marktphasen strukturiert darzustellen und Veränderungen der Kursstruktur besser zu erkennen.
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